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Ringelnatter

#1 von Fliegenfischer , 07.02.2012 21:17

Ich habe beim LANUV folgenden Artikel gefunden. Er passt gut zu den Bildern von Hans-Peter in der Bildergallerie



Fauchende Schlangen im Kompost?

Tier des Monats des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) ist die Ringelnatter. Im August bekommt diese Schlangenart Nachwuchs. 10 bis 30 Junge schlüpfen aus den Eiern. Und dann erlebt so mancher Gartenfreund eine Überraschung. Arno Geiger, Reptilienexperte des LANUV: „Gelegentlich nutzen Ringelnattern die von Menschen angelegten Komposthaufen in naturnah bewirtschafteten Gärten als Eiablageplatz. In den Mittelgebirgen von NRW kommen diese wasserliebenden Schlangen auch im Randbereich von Städten und in Dörfern vor, wenn es dort noch Teiche mit Amphibien gibt.“

Es kann einem schon Angst und Bange werden vor Ringelnattern, die sich im Kompost winden, im Teich schwimmen, am Bachufer ruhen oder sich auf einem Wirtschaftsweg sonnen. Normalerweise flieht das scheue Reptil vor dem Menschen. Aber manche Exemplare tauchen auch „unangemeldet“ in Städten auf, zum Beispiel am Gartenteich, zwischen Holzscheiten oder auf der Straße. Fühlt sich die Ringelnatter dann angegriffen, bläht sie sich auf, faucht und setzt Scheinbisse, indem sie mit dem Kopf stößt; oder sie sondert ein übel riechendes Sekret ab. Hilft das alles nicht, legt sie sich auf den Rücken, zeigt ihre Zähne und stellt sich tot. Ergreift der Mensch in Panik überflüssigerweise Gegenmaßnahmen und tötet das Tier, macht er sich strafbar. Nach dem Bundesartenschutzgesetz ist die Ringelnatter besonders geschützt.

„Die Ringelnatter ist völlig ungefährlich – man muss nur wissen, wie sie aussieht“, so Arno Geiger. " Das Reptil ist an den weißen bis gelben „Halbmonden“ mit schwarzen Rändern seitlich des schlanken Kopfes zu erkennen " . Daran schließt sich ein graubrauner, schwarz getupfter Körper an. Die Männchen werden bis zu 80 Zentimeter, die Weibchen über einen Meter lang. Damit unterscheidet sich die ungiftige Ringelnatter deutlich von der in NRW einzig giftigen, wenn auch sehr seltenen Kreuzotter, die an ihrem dreieckigen Kopf und ihrem kürzeren, stark gemusterten Körper gut zu erkennen ist.

Als Fleischfresser hat sie es auf Kleinsäuger und Amphibien wie Maulwürfe, Mäuse, Frösche und anderer Tierarten abgesehen . Die Schlange ihrerseits setzt ihr großes Repertoire an Abwehrmaßnahmen mal mit, mal ohne Erfolg gegen ihre eigenen Fressfeinde wie Graureiher, Bussard, Wildschwein oder Fuchs ein.

Die Ringelnatter kommt verstärkt nur noch in den Mittelgebirgen unseres Landes vor. Im Ruhrgebiet trifft man diese interessante Schlange kaum noch. Die typischen Lebensräume von Natrix natrix (lat. Wasserschlange) sind hier im Zuge der Industrialisierung weitgehend verschwunden: Natürliche Flüsse und Bäche wurden reguliert, Feuchtwiesen entwässert, bebaut oder in Äcker umgewandelt. Damit gingen auch die Bestände von Fröschen, Kröten und Fischen und damit die Nahrungsgrundlagen der Ringelnatter zurück. So sind im Ruhrgebiet nur noch zwei größere Populationen – im Emscherbruch bei Herten und im Nordosten von Dortmund - bekannt. In NRW wird die Ringelnatter als „stark gefährdet“ eingestuft. Die großen Lücken im Bestand versuchen Experten des LANUV und anderer Institutionen mit Hilfe von Artenschutzprogrammen zu schließen.


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